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Passend: Urlaub in München (Kategorie: Orte und Regionen)

Oberbayerns Küste
Mehr als 300 Seen zwischen Zugspitze, Watzmann und München

Oberbayerns Küste
© A. Mett / Mett Media
Bildbeschreibung: Tegernsee mit dem Wallberg


21.04.2020 14:51
Im Sommer ist Oberbayern eine große Badelandschaft. Weit mehr als 300 Seen laden zum Schwimmen, Segeln, Surfen, Tauchen, Wasserski, Naturerkundungen und Abenteuer ein. So viele Seen – so viele Freizeittipps.

Schräglage auf dem Wasser
Weiße Punkte überall – im Sommer verteilen sich die Segelboote gleichmäßig auf den oberbayerischen Seen. Mal gleiten sie aufrecht, am liebsten aber in erstaunlicher Schräglage über das Wasser. Insbesondere auf den großen Seen sind sie von Sonnenaufgang bis zur Abenddämmerung zu beobachten. Der Chiemsee, mit 82 Quadratkilometern Oberbayerns größter See, der Tegernsee, dessen „Küste“ zu den mondänsten in ganz Deutschland zählt oder aber auch die „Badewannen“ der Münchner, Starnberger See und Ammersee, sind beliebte Segelreviere. Zahlreiche Segelschulen laden zu Ausflügen und Fortbildungen ein, und auch die Kleinsten lernen hier in speziellen Kinder-Kursen die Segel hissen.

Brettl-Spaß im Sommer
In Kiefersfelden am Fuße des Kaisergebirges schnallen sich Sportler auch zur warmen Jahreszeit die Bretter unter die Füße, stellen sich in der Wendelstein-Gemeinde am Schlepper an und freuen sich auf die ersten Schwünge. Von morgens 10 Uhr bis in die späten Nachmittagsstunden drehen Wasserskifahrer am Hödenauersee gemächlich ihre Runden, springen über Schanzen oder fahren Schlangenlinien. Auch Trickski und Wasserskispringen kann getestet oder vorgeführt werden. Kinderleicht lässt sich hier von Ostern bis Ende Oktober der Wintersport im Wasser konservieren. Alles was man braucht ist eine Badehose und ein Handtuch. Boards, Wasserski und Schwimmwesten werden bereitgestellt, Neoprenanzüge sind selten nötig – in der Regel ist der Baggersee im Sommer mit 24 Grad angenehm warm.

Abtauchen – Käfer und Maibaum auf den Grund gehen
Nicht nur über, sondern auch unter der Wasseroberfläche gibt es in Oberbayern trendige Sportarten zu entdecken. Hechte, Barsche und sogar Krebse tummeln sich im Thumsee bei Bad Reichenhall. Auf dem Grund des bis zu 18 Meter tiefen Bergsees im Berchtesgadener Land entdecken Taucher versunkene Stämme, Fischerboote und sogar einen Maibaum. Zudem lädt ein kleiner Tunnel zu einem ungewöhnlichen Tauchgang ein. Spektakuläres erblicken Unterwasser-Sportler auch auf dem Grund des Walchensees im Tölzer Land. Dort parkt schon seit langem ein VW-Käfer. Und nicht nur das: Um den Walchensee ranken sich viele Mythen und Legenden, in denen von einem Goldschatz aus dem nahe gelegenen Kloster Benediktbeuern die Rede ist. Angeblich ist er in den Tiefen des Sees verborgen. Wer auf die Schatzsuche verzichtet, kann andere Kostbarkeiten unter der Oberfläche sichten, wie die imposanten Steilwände und Felsformationen am Steinbruch oder den alten Bootssteg in Urfeld.

Copacabana in Oberbayern, Kiten auf und Skaten rund um den See
Der Walchensee ist nicht nur bei Tauchern beliebt, sondern wegen seiner häufig stärkeren Winde auch bei denjenigen, die den Kick beim Kiten suchen. Immer mehr Surfer tauschen hier das Segel gegen den Gleitschirm aus und begeistern Zuschauer mit Sprüngen und akrobatischen Einlagen. Ein Tipp für surfende Frühaufsteher ist auch der Tegernsee. Vor allem in den Morgenstunden sorgen warme Südwinde für ideale Bedingungen. Apropos Trendsetter: Anhänger der Sportarten Beach-Volleyball und Inline-Skaten treffen sich ebenfalls hier. Unter dem Motto „Skate the lake“ führt ein 21 Kilometer langer, durchgehend asphaltierter Weg durch die Orte Gmund, Bad Wiessee, Kreuth, Rottach-Egern und Tegernsee. Wem die Gesamtstrecke zum Skaten zu lang ist, kürzt einfach ab und setzt mit dem Schiff über. Sommer, Sonne, Strand und Wasser – wer Beach-Volleyball spielt, fühlt sich an manchen Stränden von Tegernsee, Ammersee, Starnberger See schnell wie an der Copacabana.

Badespaß im Angesicht der Berge – Geheimtipps und bayerische Riviera
Die oberbayerischen Seen stehen selbstverständlich auch ganz oben auf der Ausflugsliste von Familien mit Kindern. Lange, seicht ins Wasser führende Wiesen und Kieselstrände rund um die Seen sorgen für einen entspannten, fröhlichen Badetag bei Groß und Klein. Ob an den natürlich gewachsenen Stränden, auf den Badestegen oder in den zahlreichen, öffentlichen Strandbädern mit Eis, kühlen Getränken und Pommes Frites on top – hier findet jeder ein sonniges oder schattiges Plätzchen. Der Blick auf die Bergkette ist beinahe von jedem Platz garantiert – auch von den vielen kleineren Seen Oberbayerns, die weniger bekannt und oft ein Geheimtipp sind.

Der Chiemsee zum Beispiel ist umgeben von neun kleineren Seen, darunter der Simssee, der Klostersee und der Tüttensee. Die angrenzende Hemhof-Eggstätter Seenplatte mit ihren 17, überwiegend mit warmem Moorwasser gefüllten, Seen liegt im ältesten Naturschutzgebiet Bayerns. Hier lässt es sich nach einer Wanderung oder Radtour ebenso an einsamen Stränden entspannen wie am Drei-Seen-Land mit Weitsee, Mittersee und Lödensee in den Chiemgauer Alpen. Als „ihre Riviera“ bezeichnen Einheimische die „Küste“ des Staffelsees in der nördlichen Zugspitzregion. Im 16.000 Quadratmeter großen Strandbad Seehausen verweilen nicht nur Familien gerne bis in den Abend.

Wer direkt im Angesicht von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, baden möchte, fährt hinauf zum Eibsee, einem kalten Juwel in 1.000 Metern Höhe. Etwas lauschiger ist es dagegen im Pflegersee, dem wärmsten See im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Hier sonnen sich Urlauber auch im Kainzenbad mit altem Baumbestand und natürlichem Wasserzu- und -ablauf sowie im Strandbad am Riessersee. Das größte Naturbad Deutschlands lockt mit 4.200 Quadratmetern Wasserfläche in Bischofswiesen. Der fürstpröbstliche Fischweiher wurde 1880 zur öffentlichen Badeanstalt „Naturbad Aschauerweiher“ umgewandelt und lockt heute insbesondere die Kinder mit Sprungfelsen, Piratenbrücke und Rutsche Aug in Aug mit dem Watzmann. Qualität ganz anderer Art wird dem Luegsteinsee nahe Oberaudorf zugeschrieben. Auf Grund seines hohen Moorgehalts verfügt er über ungeahnte Heilkräfte. Und, als Geheimtipp gilt zudem der Soier See, der mitten im Naturpark der Ammergauer Alpen liegt und zu den wärmsten Badeseen Bayerns zählt. Hier findet sich garantiert ein lauschiges Plätzchen im Sommer.

Küsten-Begegnungen – warum bekommen Biber kein Fieber und haben gelbe Zähne
Wer vermeiden will, dass der Nachwuchs Schwimmhäute bekommt, lockt mit einer Expedition. Zahlreiche Tourismusbüros und Naturschutzvereine bieten Erlebnisprogramme, Führungen und Touren rund um die oberbayerischen Seen an. Ausgerüstet mit Rucksack, Lupe, Fernglas und wertvollen Informationen von fachkundigen Guides sowie aus dem Tourismusbüro haben große und kleine Hobby-Biologen Gelegenheit, die Tier- und Pflanzenwelt auf Seerundwegen zu erkunden. In den Wäldern rund um den Ammersee beispielsweise basteln Kinder unter Anleitung wie in der Steinzeit, bauen Flöße und testen diese an Ort und Stelle, suchen in der Abenddämmerung Fledermäuse und erfahren auf einer Naturerlebnisführung warum Biber kein Fieber bekommen können und ihre Zähne so gelb sind.

Mit der alten Hafenbarkasse „Birgit“ geht es auf dem Chiemsee zu Naturbeobachtungen ganz besonderer Art – besser gesagt in ein 1.250 Hektar großes Binnendelta, das neben Wildgänse und Kormorane auch Silberreiher und Weißkopfseeadler ihr zu Hause nennen. Mit den mitgebrachten Ferngläsern lassen sich einige der mehr als 300 Vogelarten ganz leicht erspähen. Bei der Fahrt bleibt es nicht nur beim bloßen Beobachten. In der Seemitte wird der Anker ausgefahren und mit dem Naturführer – und durch Unterstützung von Senkblei, Planktonsiebe, Mikroskope und Secchi-Scheibe – Sichttiefe, Temperatur und Wasserstand gemessen sowie Wasserflöhe und Krebstierchen an die Wasseroberfläche befördert. Auch ein Gläschen Chiemsee-Wasser schadet zur Erfrischung nicht.

Einfach eine Tour wert
„Bergseen-Idylle“ wie aus dem Bilderbuch versprechen der Spitzingsee in der Alpenregion Tegernsee-Schliersee, der Kochelsee und der Sylvensteinsee im Tölzer Land sowie der Königssee und der Funtensee im Berchtesgadener Land. Hier weiß man nicht, was schöner ist – der Blick auf das türkis schimmernde Wasser oder auf die umliegenden Gipfel. Der Sylvensteinsee an der Grenze zu Österreich ist der einzige Stausee seiner Art in Oberbayern und erstreckt sich fjordartig zwischen den Bergen. Wie dieser zum Schwimmen in der Regel zu kalt, für Kneippsche Anwendungen hingegen hervorragend geeignet, ist der Funtensee auf 1.601 Metern Höhe im Nationalpark Berchtesgaden. Er gilt als das kälteste Gewässer Oberbayerns.

Übrigens: Auch bei Flaute, Sturm oder Regen können Wasserratten in Oberbayern ihrem Sport und Freizeitvergnügen nachgehen: Zahlreiche Spaßbäder und Thermen garantieren, dass das nasse Vergnügen auch bei Regen nicht ins Wasser fällt. Und im Freizeitbad „Alpamare“ in Bad Tölz reizt die weltweit erste Indoor-Surfanlage zum coolen Ritt bei tropischen Temperaturen. Auf der 200 Quadratmeter großen Anlage kann man der perfekten Welle auf dem Funbord stehend, liegend oder kniend ins Auge blicken. Mit der OberbayernCard ist der Eintritt in zahlreiche Bäder gratis oder erheblich reduziert.

Eine Bade- und Seenliste indoor wie outdoor gibt es unter https://www.oberbayern.de/

Quelle: Tourismusverband München-Oberbayern e. V.